Polizei schnappt Internetbetrüger

Mittwoch, 16. Februar 2011

Schorndorf - Die Schorndorfer Polizei hat einen umfangreichen Betrugsfall aufgedeckt, bei dem über das Internet Waren von Händlern aus dem gesamten Bundesgebiet an verschiedene Packstationen und zum Teil auch in leer stehende Häuser in der Daimlerstadt geliefert worden sind. Laut den ersten Ermittlungen wurden zuvor Bankverbindungen und Kundendaten von fremden Personen ausgespäht und für die Bestellung genutzt.Einzelne Betrugsfälle waren bereits seit Ende 2009 bekannt geworden, doch die Ermittlungen der Polizei waren zunächst ohne Erfolg geblieben.
Als im Juli und August des vergangenen Jahres wieder verstärkt entsprechende Anzeigen aus dem gesamten Bundesgebiet gemeldet wurden, konnte die Schorndorfer Polizei in Zusammenarbeit mit der Post eine Verbindung zu den versandten Paketen herstellen. Der größte Teil der Lieferungen ging an eine Packstation in der Daimlerstadt.

Durch "akribische Ermittlungsarbeit" sei man schließlich auf den Hauptverdächtigen gestoßen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Mitte Dezember des vergangenen Jahres beantragte man eine Durchsuchung der Wohnung eines 27-Jährigen, der in Schorndorf eine Ausbildung absolviert. In seiner Wohnung wurden die Beamten fündig: Laptops, Handys, Bildschirme, Computerzubehör sowie diverse Küchengeräte, Besteck und Porzellan wurden beschlagnahmt. Auch ein Teil der Kleidung des dringend Tatverdächtigen soll aus den betrügerischen Bestellungen stammen.


Mit falschen Daten im Internet bestellt


Im Zuge der weiteren Ermittlungen stieß die Polizei dann auf zwei weitere Männer aus dem Raum Schorndorf im Alter von 26 und 28 Jahren. Auch sie hatten offensichtlich mit falschen Daten Waren aus dem Internet bestellt. Zudem wurden gegen fünf Personen aus dem Umfeld des 27-Jährigen Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei eingeleitet. Auch bei ihnen wurden elektronische Geräte, Besteck, Porzellan und Kleidung gefunden. Ob sie allerdings strafrechtlich belangt werden können, sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise wussten sie nicht, auf welche Art und Weise die Waren beschafft wurden.

Die Polizei geht insgesamt von mindestens 120 "Einzeltaten" aus, den Schaden schätzen die Ermittler auf etwas mehr als 20000 Euro.

Quelle und vollständiger Bericht:  stuttgarter-zeitung.de

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